Lyrisches

Gedichte und solche, die es werden wollen

Da die Aufmerksamkeitsspanne des/der Internetuser*in höchstwahrscheinlich gering ist (wie etwa hier behauptet), gibt es an dieser Stelle pro Monat zwei lyrische Texte = Gedichte. Eines aus meinem unerschöpflichen (Tipp: ist er nicht) Fundus und eines aus dem Fundus eines/einer gestandenen Lyriker*in – wenn möglich, zum selben Thema.

Da der November dunkel und traurig ist und so, lautet das Monatsthema:

Der Tod

Autor: Robert Gernhardt
Quelle: Später Spagat, 2006, Fischer Verlag, Frankfurt am Main, ISBN: 978-3-10-025509-9

Vom Gewicht

Trägst den Tod in dir?
Trägst schwer.
Tod ist nicht irgendwer:
Wiegt.

Stirbst wie nur je ein Tier?
Nimms leicht.
Tod wird durch nichts erweicht:
Siegt.


Autor: Alexander Puchtler
Quelle: Unendlicher (ne) Fundus

Er kommt

Er kommt
Er kommt und
Er holt dich
Kalte Finger <schlechte Metaphern/>
Alle Flüssigkeiten
Alle Flüssigkeiten holt er
aus dir heraus
und du vertrocknest
dörrendes Ding
dörrendes darbendes
alles was bleibt
kann niemals verwesen ist
von dir befreit
obliegt anderen Wesen ist
wie der Horizont weit


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