Ratschläge

Der(!) Lebens-Ratgeber

1000 Tipps und Tricks für den Alltag

Zähneputzen

Kontroverse, Widerspruch, Subversion – nicht nur als wichtige Zutaten für den Hexenkessel der Gesellschaft, sondern auch als Motive für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, des eigenen Lebens zu verstehen, ist: eine gute Idee [da ständige Persönlichkeitsentwicklung eine gute Idee ist, da es immer weitergehen muss, da alles ja eh immer weiter geht, da es noch viel zu tun und zu verbessern gibt, da man sich auch immer noch ausruhen kann, wenn man in die Quarter-Life-Crisis kommt, da der Zwang zu Vermögenswachstum schon eine gute Idee ist und dieser sich super subjektivieren lässt, da eh immer ausgebeutet wird, also wieso sich nicht selbst ausbeuten(?), da man besser machen als mit sich machen lassen sollte, da man dann etwas mehr Kontrolle hat, da Kontrolle wichtig und gut ist, da sie sich einfach gut anfühlt, sogar wenn man sich selbst kontrolliert, da ein gutes Gefühl sicherlich der Letztgrund für alles ist, da dahinter gar nicht mehr zurückgegangen werden kann, da mir nichts weiter dazu einfällt]! Von daher ein unverzichtbarer Tipp für den Revoluzzer vor dem Badezimmerspiegel: Morgens Elmex, abends Aronal!


Kapitalismus

Haben Sie schon einmal vom Kapitalismus gehört? Der sagt ja unter anderem: Du darfst! Eigentlich sagt er auch: Du darfst nicht nur, wenn du kannst, du darfst vor allem wollen und das auch – oder ganz besonders – wenn du nicht kannst! Du darfst alles wollen, was du willst, das ist dein natürliches, unveräußerliches Recht. Du darfst so bleiben wie du bist: Ein Woller! Ein bedingungsloser Woller! Dementsprechend schief beäugt er einen, wenn man mal nichts will. Der moderne Kapitalismus sagt dann bspw.: Uncool! Schau dir mal dieses übersexualisierte 16-Jährige Mädchen an, willst du nicht auch so sein? Kauf dir Hotpants! Oder er sagt: Was sie dringend in ihrem Auto benötigen, ist alles, was sie sonst nicht in ihrem Auto benötigen würden, zum Beispiel ein weiteres Auto in dem ein weiteres Auto eingebaut ist, das selbst einparken kann in eine Tiefgarage, die wiederum im ersten Auto eingebaut ist, deren Schrankentechnik aber manchmal ausfällt, woraufhin die Tiefgarage unbenutzbar wird, da man das Wartungspersonal wegrationalisiert hat. Ein indianisches Sprichwort beschreibt das Wesen des Kapitalismus ziemlich genau und zwar als einen Spiegel, der nicht so richtig funktioniert, da die Benutzung einerseits kostenpflichtig ist und in diesem kein Spiegelbild zu sehen ist, sondern 24 Stunden lang Werbung. Viele sind ja ganz zufrieden mit ihrem Kapitalismus, bis auf dessen Kritiker, die ihn bereits seit Jahrhunderten abschaffen wollen, nur nicht so genau wissen wie und was dann.

Daher für Sie ein unschlagbarer Ratschlag: Kaufen Sie sich einen echten Lebens-Ratgeber bei Amazon und dazu noch ein Eis und einen neuen Fernseher und überhaupt, wie sehen Ihre Klamotten aus, da muss man was machen und haben Sie eigentlich schon mal über ein Eigenheim nachgedacht und was ist dann mit Ihrem Garten und Ihre alte Kiste, die machts doch nicht mehr lange, wie wäre es mit einem Hybrid, das ist das Auto für die nächsten fünf Jahre und überhaupt, wieso bei einem Auto aufhören, wie soll ihr Hund denn mal ohne Sie ins Erholungsgebiet kommen und eigentlich bräuchten sie schon heute die Nextgeneration-Gassi-App, mit Snack-Drohnen-Lieferung und virtueller Leine, aber vielleicht fliegen Sie auch einfach mal wieder einmal im Quartal in den Kurzurlaub, also wenn Sie so anfangen und sich allmählich steigern, kann eigentlich nichts schiefgehen!


Informationen für Eltern

Als Säugling weiß man – und das ist ein großer Vorteil – nur sehr wenig mit Vorschlaghämmern anzufangen und bleibt somit in den ersten Lebensjahren von den meisten Streitigkeiten des Erwachsenenlebens verschont. Man ist mit anderen Dingen beschäftigt. Basale Lebensplanung, Mordlustigkeit und lästigen Krähen die Augen auspicken. Ich frage mich manchmal, weshalb es so wenigen Säuglingen im späteren Leben gelingt, andere Menschen zu töten, obwohl es ihnen doch von Grund auf ein veritables Bedürfnis ist. Klar, es gibt Ausnahmetalente, aber nur nach entsprechender Vereinsförderung. Aber der Durchschnittsbürger? Der bringt es kaum auf eine angemessene Anzahl an Morden und nur die allerwenigsten schaffen den Sprung vom Killerbaby zum Killerbubi, ohne fremde Hilfe. Sträflich vernachlässigt wird etwa die öffentliche Ausbildung zukünftiger Killer, vor allem in Kindergärten und Kitas. Stattdessen bleiben die Mütter und Väter alleingelassen mit der Erziehung zum Mörder, was auf Dauer keine Lösung sein kann, denn seien wir mal ehrlich: Die Väter sind damit beschäftigt, ihre kurzen Hosen zu bügeln und den meisten Müttern fehlt der Biss. Da wird höchstens mal der Ehemann vergiftet oder einer anderen Frau beim Shoppen im H&M der Arm abgebissen, wenn dieser sich zufällig in dieselbe Bluse verheddert hat. Wieso wird denn nicht mal ein Autor beseitigt, der offensichtlich genderstereotype Frauenwitzchen macht? Das wäre doch mal ein Fortschritt! Stattdessen bleibt dieses wichtige, aber leider noch kaum beachtete Zukunftsthema unbesprochen: Wie soll eine Gesellschaft funktionieren, in der keine Mörder herangezogen werden? Fragen, die sich die moderne Politik nicht stellen will.

Daher liebe Eltern, ein unschlagbarer Ratschlag: Schon vor der Geburt Informationen sammeln (bspw. bei Mörder Online, Der MORD, Die morddeutsche Zeitung oder bei Wiki-Mörderia) und einen Trainingsplan für das Neugeborene erstellen, durch den die natürlichen Mordinstinkte nicht nur bewahrt, sondern sogar noch gefördert werden können. Ihre Gesellschaft wird es Ihnen danken!


Abenteuer Leben

Laut Kabel-1-Redakteuren besteht das Abenteuer Leben darin, Gerichte möglichst in XXL-Größe herzustellen, auch wenn sich dies nur äußerst schwierig gestalten lässt und man bspw. in einer sehr aufwändigen Prozedur – unter Zuhilfenahme von 12 raubeinigen, aber liebenswerten Chaoten – zunächst eine gewaltige gusseiserne Pfanne schmieden muss, in der dann auch eine Riesenwurst – die von einem grobschlächtigen, sympathischen Metzgermeister sorgfältig zusammengebatscht wurde – Platz findet und genussvoll blubbernd vor sich hinbruzzeln kann. Es ist sehr schade, dass der Begriff „Abenteuer“ dahingehend seit Jahrhunderten missverstanden wurde, wie erklärt es sich sonst, dass Robinson Crusoe NICHT auf einer riesigen Scheibe Bierschinken gestrandet ist, sich König Arthus NICHT mit den Rittern der Tafelschokolade umgab und es sich bei den Schriften von Mark Twain NICHT(!!!) um die Abenteuer von Tom Soda und Hackbrötchen Finn handelt. Da wurden viele Chancen verpasst.

Damit Sie ihre Chance nicht verpassen, hier ein unschlagbarer Ratschlag: Besuchen Sie ihren örtlichen Fleischhändler (z.B. den Metzger Otto Weiß oder Manfred Rubesch) und verschaffen sie sich Zugang zu ca. 15.000 Kg gemischtem Hackfleisch. Lassen Sie sich von 21 sanftarmigen Ordnungsfanatikern einen 35 Km³ großen Backofen zusammenklöten und backen Sie darin den größten Hackbraten der Weltgeschichte (wahlweise mit Kartoffelpüree oder Erdapfel-Gratin). Erleben Sie das Abenteuer Ihres Lebens!


Einkaufen

Für den Fall – und dieser Fall ist realer als man es glauben möchte – , dass man sich zu einem Supermarkt – sicherlich voller Wohlgefühl und Wonne – begibt, natürlich mit der Hoffnung, etwas käuflich zu erwerben, man sich dann jedoch – unerwarteter Weise – vor Ort in einer seltsamen Paralyse wiederfindet und – ja, das geschieht – plötzlich vergessen haben sollte, was man einkaufen möchte, kann es nicht schaden, eine Notfall-Einkaufsliste parat (oder besser per Schuh [siehe nächster Satz]) zu haben. Diese verstaut man am sichersten unter der Einlage (falls nicht vorhanden, unbedingt anschaffen -> kostenloser Zweitrat) des rechten Schuhes. Steht man also – sehr paralysiert – vor dem Kaufregal des Kaufladens und weiß nicht weiter, zieht man den rechten Schuh aus; übersteht den spontan, aber schnell vergänglichen Geruch von ranzigem Käse; liest und kauft, was das Portemonnaie hergibt. Hier einige (genauer: drei) Einkaufszettel-Prototypen.

Laktophile Version:

  • Käse
  • Butter
  • Milch

Versionnare Carnevore:

  • Wurst
  • Fleisch
  • Fleischwurst
  • Wurst…nein! Nicht zu einem lausigen Wortscherz verleiten lassen!

Für den Fan von Gemüse und Obst:

  • Möhren
  • Blumenkohl
  • Banane (Singular!)

Mit diesen leicht zu installierenden Einkaufshilfen steht dem nächsten, von Erfolg gekrönten, Visité de Supermarché nichts im Wege.


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