Schönheit im Fernsehgarten


Wenn sich Andrea „Kiwi“ Kiewels Gesicht zu dem teletubbischen Sonnen-Baby-Freude-Konterfei verzieht und nichts daraus hervorscheint als Baby-Freude-Sonnenstrahlen und gleichsam – interpretativ – etwas dunkle Verzweiflung darin aufsteigt, nur etwas vielleicht, eventuell darüber, affektiert glücklich sein zu müssen (weil alles sich zu verselbstständigen in der Lage ist und alles, was man muss, auch Anstrengung erfordert und alles, was Anstrengung erfordert, irgendwann auch kleine Figuren der Unfreiheit gebiert, die schreien und fluchen und getröstet werden wollen) und sich in dieser – interpretativ – vielleicht kurzfristig wahrnehmbaren Verzweiflung auch Menschlichkeit, im Sinne von: „fickt euch, ich bin auch nur ein Mensch!“, ablesen lässt, während die Zuschauer fürchterlich monoton, aber sicherlich auf irgendeine Art und Weise tiefergehend beseelt, zu lästiger Schlagermusik klatschen (die natürlich aus der Konserve stammt, weil Dinge manchmal unecht klingen müssen, damit sie echt sein können) und dies gar nicht stört, sondern ebenfalls Beseelung auslöst, da man sich gewahr wird, dass man nicht alles verstehen können kann und verstehen können muss und es trotzdem eine Existenzberechtigung besitzt, weil es andere verstehen können und andere verstehen können müssen, dann finde ich das schön. Auch, wenn es sich dabei um den ZDF Fernsehgarten handelt.


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